Werkstatt-Camp Bildungsakademie

Beide 8. Klassen der Eichendorffschule im „Werkstattcamp“ der Bildungsakademie

Fliesenleger? KFZ-Mechatroniker? Bäcker? Oder doch lieber Bürokaufmann? Welcher Ausbildungsberuf denn nun am besten zu einem passen könnte, dies durften die Schülerinnen und Schüler der beiden 8.Klassen der Eichendorffschule zwei Wochen lang im Werksattcamp der Handwerkskammer-Karlsruhe austesten. Die Jugendlichen bekamen Einblick in einzelne Berufe, stellten dabei etwas Berufstypisches her und konnten ihr Ergebnis auch mit nach Hause nehmen. Ein selbst gefliestes Schachbrett, eine in Beton gegossene Hantel (die einem nun den Gang ins Fitnessstudio erspart), diverse Schneider- und Raumausstatterprodukte sowie ein Bild aus der Maler- und Lackierwerkstatt sind nur einige Beispiele der Werkstücke, die mit viel Engagement angefertigt wurden. Ziel dieser zwei Wochen war es, bei der oft schwierigen Frage der Ausbildungswahl und -entscheidung mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Ausbilder der Handwerkskammer leiteten die Schülerinnen und Schüler innerhalb der einzelnen Kurse professionell an und konnten den Jugendlichen selbst, aber auch den begleitenden Klassenlehrern wertvolle Tipps mitgeben. Diese Erkenntnisse sind ein erster kleiner, aber wichtiger Schritt in die Berufsfindung dieser jungen Menschen, für die es oft schwierig ist, schon so früh im Leben das Passende für sich zu finden. In einer gemeinsamen Abschlusspräsentation, bei der auch die Eltern geladen waren, konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Werkstücke präsentieren und wurden mit einer Teilnahmeurkunde wieder in ihre Schule verabschiedet.

BNN-Pressebericht vom 01.02.2011:

Bildungsakademie der Handwerkskammer lädt Schüler zum Werkstattcamp ein

Bei den Bäckereifachverkäuferinnen wird fleißig gemalt, ausgeschnitten und geklebt. Sie entwerfen gerade ein Werbeplakat für eine Muffin-Verkaufsaktion. Ein paar Türen weiter sind die Informationselektroniker damit beschäftigt, ein Antennenkabel zu fertigen. Die jungen Leute, die da werkeln, sind aber weder ausgebildete Fachleute noch Lehrlinge. Es sind Schülerinnen und Schüler der Eichendorff-Werkrealschule, die gerade das „Werkstattcamp plus“ an der Bildungsakademie der Handwerkskammer besuchen. Das Projekt, das gestern startete, bietet Werkrealschülern und Hauptschülern die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen in drei verschiedene Ausbildungsberufe hineinzuschnuppern. Zielgruppe sind die Siebt- bis Neuntklässler. Sie sollen sich während der Projekttage Anregungen für die anstehende Berufswahl holen.

Zusammen mit vier Projektpartnern -der Friseurinnung, dem Ausbildungszentrum Bauwirtschaft, der Gewerblichen Akademie für Glas-, Fenster- und Fassadentechnik und der Weiterbildungsakademie Hiwentis Sternenfels – bietet die Bildungsakademie den Projektteilnehmern rund 20 verschiedene Ausbildungsberufe an, unter denen sie wählen können. Den Projektinitiatoren geht es jedoch nicht nur darum, den Jugendlichen einen zweiwöchigen Schnupperkurs an der Bildungsakademie zu ermöglichen: „Wir streben eine gewisse Nachhaltigkeit an und wollen den Schülern auch dabei helfen, später Praktikums- oder Ausbildungsplätze zu finden“, verspricht Jakob. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bezuschusst das Projekt mit 300 Euro pro Schüler und Tag.

Elisabeth Groß vom Staatlichen Schulamt Karlsruhe sieht in dem Projekt eine „hoffnungsvolle Perspektive für die Schüler auf ihrem Weg in den Beruf“. Als einen „super Einstieg für junge Menschen“ bezeichnet die Obermeisterin der Friseurinnung, Beate Bauer, das Angebot. Und Klaus Layer, Leiter der Akademie für Glas-, Fenster- und Fassadentechnik, hat schon positive Eindrücke von den Schülern sammeln können. „Da ist eine sehr engagierte und motivierte Truppe zu uns gekommen.“

Damit die Schüler so gut wie möglich von dem zweiwöchigen Angebot profitieren, wurden bereits im Vorfeld sogenannte Kompetenzanalysen gemacht. „Wir haben geprüft, für welche Berufe die Schüler eventuell geeignet sein könnten“, so der Leiter der Eichendorff-Werkrealschule Hans-Peter Grycz. „Natürlich spielten aber auch die Neigungen eine Rolle“. Bei rund 40 Schülern, die die Eichendorff-Werkrealschule ins Projekt schickte, und der begrenzten Anzahl an Praktikumsplätzen, konnte aber nicht jeder Wusch erfüllt werden: „Ich wäre eigentlich gerne zu den Friseurinnen gegangen“, erzählt die 13-jährige Katharina, die nun bei den Fachverkäuferinnen untergekommen ist. „Aber da war der Andrang zu groß.“ Nun lernt sie nicht nur, wie man ein Werbeplakat gestaltet, sondern auch, wie man ein Verkaufsgespräch führt. „Ich muss mir das mal angucken“, meint sie. „Vielleicht gefällt es mir ja auch, als Verkäuferin zu arbeiten.“

Rebecca und Julia lernen gerade die Arbeit von Informationselektronikern kennen. „Ein bisschen Angst habe ich schon vor einem Stromschlag“, meint Julia. Daher komme dieser Beruf wohl nicht für die in Frage. Und auch Rebecca liebäugelt noch eher mit ihrem Traumberuf Friseurin. Und dennoch sind beide konzentriert bei der Sache, als es an die Lötübungen geht.